Was erwartet Sie als Patient mit einer geplanten Schulter-OP?

Die häufigsten Eingriffe an den Schultern bei uns im Haus sind die Implantationen von Schulter-Totalendoprothesen sowie Arthroskopien (z. B. Rotatorenmanschettennähte oder Bursektomien). Je nachdem, um welche Operation es sich handelt, ist auch die Nachbehandlung verschieden.

Allgemein gilt: Die Behandlung der jeweiligen Schulter beginnt bereits ab dem ersten Tag nach dem Eingriff. Je nach Operation erfolgt passive, assistive oder sogar schon aktive Bewegung der Schulter und der umliegenden Gelenke. Begleitend zur Krankengymnastik unserer Therapeuten erfolgt auch der Einsatz des Schulterbewegungsstuhls (sofern verordnet), den Sie mehrmals am Tag selbstständig nutzen können. Dazu bekommen Sie ein Übungsprogramm zum eigenständigen Training, welches Sie auch zu Hause weiterführen können.

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Weitere Unterstützungsmöglichkeiten

In manchen Fällen kann man einen Schulterbewegungsstuhl auch für zu Hause verordnen. Diesen bekommen Sie leihweise von einem Sanitätshaus nach Hause geliefert, sofern der behandelnde Arzt auf Station es angeordnet und die Krankenkasse dies genehmigt hat. Die Schiene bleibt circa für einen Zeitraum von 2-6 Wochen bei Ihnen und wird von einem Mitarbeiter des Sanitätshauses zu Beginn individuell eingestellt und erklärt.

Wurde eine Ruhigstellung des Armes verordnet (z. B. nach Schulter ASK mit Rotatorenmanschettennaht) bekommen Sie direkt nach der OP einen Gilchrist. Diese Schulterorthese dient dazu, dass aktive Bewegungen in der Schulter verhindert werden und eine Bewegung nur unter der Kontrolle eines Therapeuten erfolgt. In der Regel tragen Sie den Gilchrist ca. 4-6 Wochen nach OP, danach dürfen Sie wieder anfangen, die Schulter aktiv zu bewegen. Der Therapeut erklärt Ihnen, wann und wie der Gilchrist zu tragen ist. Daneben erhalten Sie Informationen, wie auch alltägliche Dinge (z. B. das Anziehen oder Waschen) trotz Bewegungseinschränkungen möglich sind.

Bei Patienten mit einer Schulter-Totalendoprothese ist der Eingriff größer als bei einer kleineren Arthroskopie. Deshalb wird Ihnen in solchen Fällen auch manuelle Lymphdrainage verordnet, um den Abfluss zu verbessern und eventuell entstandene Blutergüsse besser abzutransportieren.

Wie geht es nach dem Krankenhausaufenthalt weiter?

Nach dem Krankenhausaufenthalt, der meistens nur ein paar Tage andauert, ist es wichtig, die Schulter weiterhin krankengymnastisch zu behandeln. Sofern bei Ihnen ein freies Bewegungsausmaß besteht, erhalten Sie weiterhin gezielte Übungen zur Kräftigung der Schultermuskulatur und zur Stabilisation des Schultergelenks. Außerdem werden eventuell noch schmerzbedingte Bewegungsdefizite geübt und verbessert.

Sofern bei Ihnen Bewegungseinschränkungen bestehen, werden Sie passiv durchbewegt und erhalten Übungen für angrenzende Extremitäten und Gelenke. Nach Aufhebung der Limitierung bekommen Sie Anleitungen zum aktiven Bewegen und gezieltes Aufbautraining für die Muskulatur und die Bewegungserweiterung. Patienten mit Rotatorenmanschettennaht haben auch die Möglichkeit auf eine ambulante oder stationäre Reha nach 6 Wochen, d.h. nachdem die Bewegungseinschränkungen aufgehoben wurden.

Physiotherapie für die Schulter im Überblick

Die Therapie von operierten Schulterpatienten erfolgt nach einem festgelegten Standard, ohne jedoch die Individualität des Patienten aus den Augen zu verlieren.

Von präventiv bis rehabilitierend – wir bieten unseren Schulterpatienten ein umfangreiches Physiotherapie-Angebot:

  • Schulterprothesen
  • Engpasssyndromen
  • Naht der Schultermuskulatur
  • Schultersteife
  • Krankengymnastik – individuell zugeschnitten auf das jeweilige Krankheitsbild
  • PNF (propriozeptive neuromuskuläre Facilitation)
  • Brügger-Therapie
  • Manuelle Therapie nach Cyriax und Maitland
  • Trainingstherapie
  • Apparative Techniken (z. B. Schulterbewegungsschiene nach Schulteroperation)
  • Massage (Marnitz-Therapie, Reflexzonenmassage, Akupressur etc.)
  • Lymphdrainage
  • Wärmetherapie, Kältetherapie
  • Elektrotherapie
  • Kinesiotape